Thesis
Grundlagen
und Exploration
Thema und Fragestellung
Daten wirken wie Fakten. Hinter jeder Zahl steckt jedoch eine Entscheidung, eine Schätzung oder eine Lücke. Die Arbeit untersucht, wie visuelle Gestaltung verschiedene Wissenszustände im Informationsdesign sichtbar machen kann, und stellt dabei die Frage: Wie können Unsicherheit, Ungenauigkeit und das Fehlen von Daten nicht verschleiert, sondern als Teil der Information erfahrbar gemacht werden?
Relevanz des Themas
In einer zunehmend datengetriebenen Gesellschaft werden Visualisierungen oft als objektive Abbilder der Realität wahrgenommen. Dabei sind Datenerhebung und Darstellung grundsätzlich selektive Prozesse. Da Daten nie vollständig verfügbar sind, entstehen zwangsläufig Lücken, Widersprüche und Unsicherheiten, die durch vereinfachte Darstellungen oft unsichtbar bleiben. Der KI-Wasserverbrauch ist ein konkretes Beispiel dafür: Die Zahlen existieren, aber sie sind fragmentarisch, widersprüchlich und kaum öffentlich zugänglich. Genau diese Unvollständigkeit ist der Inhalt.
Motivation
Mich interessiert, wie Gestaltung nicht nur Informationen vermittelt, sondern auch die Bedingungen sichtbar machen kann, unter denen diese entstehen. Besonders spannend finde ich, dass auch das Unklare oder Nichtvorhandene eine gestalterische Ebene besitzt. Der Ansatz, Lücken nicht zu schliessen, sondern sichtbar zu machen, bildet den Ausgangspunkt der Untersuchung.
Zielsetzung
Ziel der Arbeit ist es, visuelle Strategien zu entwickeln, die Wissenszustände nicht erklären, sondern erfahrbar machen. Was die kulturgeschichtliche Thesis theoretisch herleitet, soll im erzählerischen Scrollytelling als gestalterische Erfahrung spürbar werden, die über das blosse Lesen von Daten hinausgeht.